2 von 3 Diabetikern ist mit 100mg Viagra bei Impotenz geholfen
Angeblich leiden ca. 66% der Diabetiker unter Impotenz - eine Zahl, die allerdings nicht die Fälle einbezieht, die sich ungern zum Thema äußern.
Bei Diabetikern sei Impotenz als Folgeschaden der Stoffwechselerkrankung anzusehen, so Dr. Frank Merfort aus Mönchengladbach. Beim Typ-1-Diabetes (insulinpflichtig) steige die Häufigkeit von Impotenz mit Alter und Erkrankungsdauer stetig an auf bis zu 64 Prozent bei 40- bis 50-jähriger Erkrankungsdauer. Bei Typ-2-Diabetikern (nicht insulinpflichtig) sei schon bei Diagnosestellung jeder fünfte Mann betroffen.
Bei Diabetikern sei die Wirksamkeit von Sildenafil (ViagraŽ) gut dokumentiert, so Professor Dan Ziegler aus Düsseldorf. In einer Multicenterstudie haben 219 Männer mit Typ-2-Diabetes und Impotenz zwölf Wochen lang entweder 25 bis 100 mg Sildenafil oder Placebo eingenommen. Dabei stieg in der Gruppe derer, die echtes Viagra erhielten, der Anteil derer mit erfolgreichem Geschlechtsverkehr von 14 auf etwa 59 Prozent, mit Placebo jedoch nur von 13 auf 14 Prozent.
In einer Meta-Analyse, d.h. einer Zusammenfassung bereits vorliegender Daten von elf kontrollierten Studien mit 152 Typ-1- und 822 Typ-2-Diabetikern im Vergleich zu knapp 1700 Nicht-Diabetikern hatten 61 Prozent der Diabetiker und 77 Prozent der Nicht-Diabetiker verbesserte Erektionen. Dazu sei bei Diabetikern meist eine hohe Sildenafil-Dosis von 100 mg erforderlich, so Ziegler.
Führt die Therapie nicht zum Erfolg, sollte(lt. Ziegler) ein Urologe eingeschaltet werden, der die Möglichkeit zu weitergehenden Diagnose- und Therapiemaßnahmen hat. Information und Aufklärung der Patienten sind essentieller Bestandteil der Therapie.
(mit kleineren Änderungen aus: Ärzte Zeitung, 22.10.2002)
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