Viagra kann auch bei Herzarterienverengung genommen werden
Eine Testdosis kann helfen, Sildenafil (Viagra) bei KHK sicher anzuwenden. So zumindest äußerte sich Professor Adolph Hutter beim Jahreskongresses der American Urological Association in Orlando im US-Staat Florida.
Die meisten KHK-Patienten (KHK = koronare Herzkrankheit, d.h. Verengung der Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen) mit Impotenz können Viagra sicher benutzen, Auch bei niedrigem Blutdruck oder bei herzinsuffizienten Patienten kann der Phosphodiesterase-5-Hemmer oft verordnet werden.
Voraussetzung für die Anwendung von Sildenafil (ViagraŽ) bei Männern mit koronarer Herzkrankheit sei in erster Linie, daß die Angina pectoris stabil ist. Dies könne etwa mit einem Belastungstest geklärt werden, so Hutter bei einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung. Nitrate sind nach wie vor 24 Stunden vor und nach Sildenafil-Einnahme nicht einzunehmen.
Bestehe Unsicherheit über die kardiovaskulären Verträglichkeit des Mittels, etwa bei Herzinsuffizienz oder niedrigem Blutdruck, rät Hutter zu einer Testdosis von 50 mg Sildenafil.
Nach 30 bis 60 Minuten sollte der Blutdruck kontrolliert werden. Ist der in Ordnung, könne das Medikament verordnet werden. Ist eine Dosissteigerung auf 100 mg erforderlich, sollte vorher erneut die Blutdruckreaktion überprüft werden.
In jedem Fall erfordert also die Anwendung von Viagra bei belastungsabhängigen Beschwerden im Brustkorb, Angina pectoris, die gründliche ärztliche Voruntersuchung mit Belastungs-EKG, um eine instabile Angina pectoris auszuschließen.
(mit kleineren Änderungen aus: Ärzte Zeitung, 28.05.2002)
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